Kennen Sie das? Sie gehen mit Ihrem Hund Gassi, Sie möchten eigentlich den Spaziergang genießen und sich entspannen. Doch das erweist sich als unmöglich. Der Grund? Ihr Hund zieht ununterbrochen an der Leine, er röchelt schon, lässt aber nicht nach. So läuft es den gannzen Spaziergang – der Hund zerrt Sie an der gestrafften Leine hinter sich hin. Ihr Arm tut weh, der Griff schneidet ein. Keine Erholung, übrigens nicht nur für Sie, sondern auch für den Vierbeiner. Beide kehren erschöpft und verärgert heim. 

 

 Muss das sein?

 

Nein, ganz und gar nicht. Doch warum verhält sich Ihr Hund auf diese ungünstige Art und Weise? Dieses Verhaltensmuster hat sich beim dem Tier vermutlich seit der frühen Kindheit eingeprägt. Es begann folgendermaßen: Ein niedlicher Welpe freute sich auf seine Gassi-Runde. Er sprang herum und wurde allseits bewundert. Seine Menschen waren stolz auf ihn, da er endlich mit seinem Geschäft bis zum nächsten Spaziergang gewartet hat. 

 

Nun hatte es der Kleine aber sehr eilig. Er muss ja sofort was los werden. Außerdem warten draußen so viele spannende Erlebnisse und Abenteuer: unzählige Duftmarken, andere Hunde und lustige Spatzen, die er jagen kann. Ein Spaziergang ist was Feines. Der flapsige Kerl ist einfach süß, auch wie er hastig voran schreitet, wie er mit seiner kleinen Kraft an der Leine eifrig zieht…

 

Doch nach einem Jahr ist der Kleine gar nicht mehr so klein und seine Kraft ist nicht gering. Er zieht nach wie vor, und jede Gassi-Runde wird für seinen Besitzer und für den Hund selbst zu einer richtigen Herausforderung. 

 

 Herausforderungen meistern – Leinenführigkeit lernen

 

Wir vom Hundeleine-Ratgeber möchten Ihnen dabei helfen, endlich wieder Spaß am Spazierengehen mit dem Hund zu haben. Nehmen Sie folgende Tipps zu Herzen, sie stammen aus unserer eigenen Erfahrung und aus der Erfahrung von vielen anderen Hundebesitzern:

 

  • Der ruhige Start ist Gold wert. Bereits zu Hause sollen Sie versuchen, Ihren vierbeinigen Freund zu beruhigen. Kein wildes Herumspringen, kein Toben. Der Hund setzt sich auf Kommando hin und wartet, bis ihm sein Halsband oder Geschirr samt der Leine übergezogen wird;
  • Das Geschirr ist für “Eilige” besser, als ein Halsband, denn ein Geschirr drückt beim Ziehen an der Leine nicht so stark an die Luftröhre.
  • Keine zu kurze Führleine aussuchen, damit der Hund sich nicht zu beengt fühlt: Diese Führleine ist zum Beispiel für das Training sehr gut geeignet. Eine Rollleine ist indes für das Training der Leinenführigkeit nicht so gut geeignet.
  • Das Training gelingt nur dann, wenn der Hund nicht mehr dringend “muss”. Entweder lassen Sie sich zunächst eine Weile doch an der Leine ziehen oder nehmen Sie sich Zeit und gehen nach dem ersten kurzen Spaziergang noch einmal raus, um zu trainieren.
  • Fängt der Hund an, an der Leine zu ziehen – natürlich macht er das! – bleiben Sie abrupt stehen. Der Hund zerrt eine Weile weiter, dann bleibt er meistens verwundert und verärgert stehen. Das müssen Sie aushalten. Warten Sie ab, bis die Leine durchhängt und machen Sie dann noch ein paar Schritte. Zu mehr kommen Sie nicht, denn Ihre Fellnase zerrt sofort weiter. Der Spaziergang auf diese Art ist langsam, ermüdend, aber nützlich. Manche Hunde lernen recht schnell, an der Leine nicht zu ziehen. Bei anderen, besonders bei temperamentvollen Tieren, dauert die Erziehung der Leinenführigkeit einige Wochen. Geben Sie nicht auf!
  • Alternativ zum Stehen-Bleiben können Sie beim Ziehen an der Leine die Richtung wechseln. Das ist körperlich etwas schwieriger, aber ebenfalls wirksam. Auch in diesem Fall kann es mehrere Tage oder sogar Wochen dauern, bis Ihr Hund lernt, die Leine nicht mehr zu straffen. Doch das mühselige Training lohnt sich: Ihr Zusammenleben mit dem treuen Vierbeiner wird wesentlich angenehmer – für beide Seiten!

 

In den folgenden Videos wird das Leinenführigkeits-Training anschaulich gemacht:

 

 

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