Welche Materialien kommen bei der Herstellung von Hundeleinen zum Einsatz? Sind die Produzenten konservativ und traditionsverbunden oder eher fortschrittlich und innovativ? Welches Material ist für das Tier das beste? Was finden die Hundebesitzer optimal? Gibt es rasseabhängige Präferenzen? Hängt die Wahl des Materials vom Gewicht und von der Größe des Vierbeiners ab? Wir klären auf.


Leder

Wir fangen mit dem traditionellen Material für Hundeleinen an, nämlich mit dem Leder.  Die Kunst, Tierhäute zu bearbeiten und zu Kleidungsstücken, Taschen oder sogar Geschirr machen, ist uralt. Vermutlich war auch die erste Hundeleine eine Lederleine – die Frage, um welches Leder es dabei handelte, bleibt wohl für immer offen. 

 Altbewährt, widerstandsfähig, natürlich und übrigens edel – all das und noch mehr ist Leder. Sogar eine recht schlichte Lederleine besitzt einen schicken Touch, aber es gibt freilich auch prachtvoll geschmückte Exemplare.

Lasst uns aber  zunächst die Lederarten und Verarbeitungstechniken genauer unter die Lupe nehmen. Denn Leder ist nicht gleich Leder…

 

    • Rindsleder. Leinen aus der Rindshaut sind unter den Lederleinen die günstigeren und deswegen auch die am meisten verbreiteten. Diese Leinen halten hohen Belastungen stand, sie sind flexibel und auch witterungsbeständig.

    • Elchleder. Eine Alternative zum Rindsleder ist Elchleder. Da Elchleder von wildlebenden Tieren stammt, ist dieses Leder vergleichsweise teurer. Elchleder begeistert durch seine angenehme weiche Haptik, ist aber genauso wie Rindsleder strapazierfähig und hat einen noch nobleren Flair.

 

Werfen wir noch einen Blick auf die Verarbeitung des Leders, werden wir entdecken, dass dieses Material nicht nur enthaart und entfleischt, gebeizt und gegerbt, sondern auch anschließend durchs Einlegen oder Bearbeitung mit einem speziellen Mittel gefettet wird. Das Produkt – das Fettleder, hat eine noble Patina, ist besonders widerstandsfähig und langlebig. Hundeleinen aus Fettleder gehören nicht zu den billigsten Leinen, sind aber sehr beliebt.

Wie wird aber eine Leine genäht? Ist das einfach nur ein Lederstreifen – an einem Ende ein Karabiner zum Verbinden mit dem Halsband, an einem anderen – ein Griff für die menschliche Hand?

Ja und nein… Ja, weil es solche “einfachen” Leinen auch gibt. Sie sind leicht, praktisch und meist nicht allzu teuer. Doch einem kräftigen Zug von einem großen Hund halten diese Hundeleinen nicht stand. Zum empfehen sind sie daher nur für kleinere Hunderassen oder Mischlinge.

 Die meisten Lederleinen sind aus zwei Schichten Leder zusammen genäht. Dieses Modell ist widerstandsfähig und wird auch nicht reißen, wenn ein Neufundländer eine Katze erblickt.

Geflochtene Hundeleinen aus Leder punkten mit stilvoller Optik. Das sind edle Schönheiten unter den Leinen und robust sind sie auch. Je mehr Stränge mit einander verflochten sind, desto mehr Widerstandskraft besitzt eine Leine.

 Zum Schluß darf auch die rundgenähte Lederleine nicht vergessen werden. Innen ist diese Hundeleine mit einem Baumwollstrang verstärkt. Sie wirkt solide, der Gruff fühlt sich angenehm an und schneidet nicht ein. Diese Lederleine ist ein gutes Pendent zu einem fellschonenden rundgenähten Hundehalsband oder Geschirr.

 

Nylon 

Nylon ist ein weiteres verbreitetes Material für Hundeleinen. Nylon – das ist ein Kunststofffaser mit einem schwer auszusprechenden Namen Polyhexamethylenadipinsäureamid. Zum ersten mal von W.H. Carothers 1935 synthetisiert, stieg Nylon rasant zu einem der Lieblingsmaterialien der gesamten Menschheit auf. Kleidung und Zahnbürsten, Prothesen und natürlich auch Hundeleinen aus Nylon – das ist nur eine kleine Auswahl an Produkten aus diesem Wundermaterial. Eine Nylon-Leine kann flach sein, also aus einem oder – häufiger – zwei Stoffbahnen zusammen genäht. Eine solche Hundeleine ist robust und jeder noch so schweren Aufgabe gewachsen. Schick und absolut zuverlässig ist ein Nylonseil als Hundeleine, das nicht zuletzt mit einer überraschenden Farbenpracht erfreut. Elegant wirken einfarbige Leinen, fröhlich-munter – mehrfarbige und sogar kunterbunte Nylon-Hundeleinen. Manche überraschen mit edlem Glanz, andere sind wiederum betont schlicht gestaltet.

Was aber eine jede Nylon-Leine auszeichnet, ist ihre extreme Widerstandsfähigkeit. Eine schmale Leine mit der Breite von nur ein Paar Zentimetern vermag es, einen mittelgroßen lebhaften Hund zuversichtlich festzuhalten. Darüber hinaus ist Nylon gegenüber jeglicher Witterung weitgehend unempfindlich, auch die Nässe macht dem Stoff nichts aus.

 

Im Handel finden Sie neben den Hundeleinen aus Nylon (Polyamid) auch Hundeleinen aus Polypropilen. Lasst uns diese beiden Materialien miteinander vergleichen:

 

  • Reissfestigkeit: Kopf-an-Kopf Rennen, keine gravierenden Unterschiede;
  • Scheuerfestigkeit: Nylon zeigt sich robuster;
  • Lichtechtheit: Polyamid (Nylon) ist beständiger;
  • Feuchtigkeitsaufnahme: Nylon nimmt keine Feuchtigkeit auf, Polypropilen schon, aber in geringen Mengen;
  • Gewicht: Nylon ist um ca. 20 Prozent leichter.


Biothane

und andere Kunstleder-Sorten. Diese vorwiegend aus Polyurethan hergestellten Kunststoffe punkten mit der eleganten Lederoptik, ohne die Nachteile von diesem Material zu besitzen. Eines der beliebtesten Lederimitate, heute bei den Hundefans angesagt, ist Biothane, entwickelt von dem Marktführer BioThane Coatet Webbing. Hundeleine aus Biothane ist leicht, extrem reissfest und pflegeleicht. Keim Schmuddelwetter macht einer solchen Leine etwas aus, denn Biothane ist schmutzabweisend und einfach zu reinigen. Der Stoff ähnelt optisch dem echten Leder, freilich fehlen der besondere Lederduft und die etwas angeraute Oberfläche, welche eine Lederleine auszeichnet. Dafür ist die Sauberkeit kein Kunstwerk mehr, so dass Menschen von einem praktischen Schlag von Kunstleder eindeutig profitieren. 

 

 

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